Thema: Ein Leben für den Sport

 

Für viele von Euch wird Richard Horner unbedeutend sein, aber er hat sein Leben dem Sport gewidmet, lasst euch überraschen. Das Interview habe ich, was doch sehr ungewöhnlich ist, im Therapiebecken in Bad Endorf mit Herrn Horner geführt.

 

Welchen Beruf haben Sie erlernt?

 

Lehrer – Sportlehrer

 

Wie sah Ihr sportlicher Werdegang aus?

 

Ich kam sehr früh zum Sport. Meine Lieblingsdisziplin, wo ich im In- und Ausland viele Erfolge erlangte, war die Leichtathletik, ich schrieb auch eine Diplomarbeit über „Taktik in leichtathletischen Disziplinen“. Ich absolvierte mit dieser Sportart viele Auslandsstarts, z.B. Österreich, Schweiz, Italien, Luxemburg, Norwegen bis nach Hammerfest, Schweden und Finnland. Meine zweite Lieblingssportart war Tischtennis. Im reiferen Alter wagte ich mich noch in den Zweierbob, dort wurden wir mehrfacher Nationencupsieger, das war 1981. 1965wurde ich mit der Uni deutscher Hochschulmeister, mein höchster Titel in meiner langen Laufbahn.

 

Welche Erfolge hatten Sie als Trainer?

 

Schon früh, zu Beginn der 60er Jahre, betätigte ich mich in der Leichtathletik als Trainer beim TSV 1860 und meine Aktiven waren nationale Spitzenklasse.1974 war ich Cheftrainer der Rosenheimer „Spiel ohne Grenzen-Mannschaft“, die nach Siegen auf nationaler und internationaler Ebene, den vierten Platz unter acht Nationen belegte.

 

Was war Ihr größter Erfolg im Sport?

 

Den größten Erfolg feierte ich 1975/76 als Bundestrainer der Deutschen Nationalmannschaft beim Bob und Rodeln, die ich auf die Olympischen Winterspiele 1976 in Innsbruck vorbereitete. Mit damals 36 Jahren war ich der jüngste Bundestrainer Deutschlands aller Zeiten.

 

Haben Sie auch Ehrenämter?

 

Bereits zu Beginn der 60er Jahre zog es mich zum sportlichen Ehrenamt und ich bin bis heute dabei. Es würde hier zu weit führen, alle Ehrenämter aufzulisten, deshalb nenne ich nur einige: TSV 1860. Vorstandsmitglied, Deutschen Olympischen Gesellschaft und seit 1982 bis heute als einziger Bayer im Präsidium der „Gemeinschaft Deutscher Olympiateilnehmer“ usw.

 

Welche sportlichen Auszeichnungen haben Sie?

 

Mehr als 80 goldene Sportabzeichen, Silber und Gold vom Bob- und Schlittensport-Verband, Sportler des Jahres 1972 beim TSV 1860. Silber, Gold und Gold mit Brillanten: Bayerischer Landessportverband, dazu noch viele Ehrennadeln für langjährige Mitgliedschaft in Vereinen und Verbänden.

 

Gab es auch Ehrenämter in der Kommunalpolitik?

 

Ich kandidierte 1972 für die Freien Wähler in Rosenheim, und wurde über die Jahre sechsmal in das Gremium gewählt. Ich war u. a. Fraktionsvorsitzender, Mitglied im Haupt- ,Personal-,Krankenhaus-Schul-, Kultur- und Sportausschuss usw.

 

Wie ich erfahren habe, waren Sie auch als Journalist tätig?

 

Ja, das stimmt, seit mehr als 50 Jahren betätige ich mich als ehren- und nebenamtlicher Zeitungsschreiber. Begonnen hatte alles 1962 mit Sportartikeln im OVB. Bis heute liefere ich Beiträge in verschiedenen Sport- sowie Regionalzeitungen. 1984 war ich Chefautor bei der Sportstadt Rosenheim. Von 1968 bis 2004 brachte ich insgesamt 14 Bergwanderführer „Wo unsere Berge am schönsten sind“ heraus, mit einer Auflage von weit über 100.000 Exemplaren.

 

Was sind Ihre Hobbys?

 

Ich habe im Laufe meines Lebens alle fünf Erdteile bereist. Durch meinen Sport habe ich viele Länder quer durch Europa kennengelernt. Ich bereiste Afrika (Marokko, Kenia, Tansania) Amerika (Kanada, Mexiko, Argentinien) Asien und Australien.

Ich bin froh, dass ich all diese Reisen noch in einem guten Gesundheitszustand machen konnte, denn wegen meiner Behinderung, seit gut 10 Jahren, wäre das jetzt nicht mehr möglich.

 

Was geben Sie der Jugend von heute mit auf den Weg?

 

Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren.

Und zuletzt „Das ist der ärmste Mensch, der im Alter keine Aufgaben mehr hat!“

 

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