Ein Leben retten. 100 Pro Reanimation.

Realschüler können Leben retten

IMG 7475 kleinAnlässlich der „Woche der Wiederbelebung“ vom 19. bis 26.9.2015 initiierte das Klinikum Traunstein gemeinsam mit der Reiffenstuel-Realschule am 21.09.2015 einen Aktionstag unter dem Motto „Ein Leben retten. 100 Pro Reanimation“. 131 Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen wurden in Wiederbelebungsmaßnahmen ausgebildet. „Ein Großteil der Herzstillstände findet im persönlichen Umfeld statt – das heißt zu Hause, beim Sport oder in der Arbeit. Ehrensache, dass wir unseren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben, ihre Reanimationsfertigkeiten aufzufrischen", so Konrektor Christian Gigla. Auch Dr. Holger Liermann, Oberarzt für Anästhesiologie im Klinikum Traunstein, zieht ein positives Fazit: „Durch das Reanimationstraining tragen wir dazu bei, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten aufzubauen sowie Hemmschwellen und Berührungsängste abzubauen.“

Lebensrettende Erste Hilfe Maßnahmen sollten nicht erst ins Bewusstsein rücken oder zum Thema werden, wenn die Notsituation da ist oder war. Da der letzte Erste Hilfe Kurs in der Regel schon länger zurück liegt, ist es wichtig, das Reanimationswissen aufzufrischen und für den Notfall gewappnet zu sein. „Jeder kann in die Situation geraten, Ersthelfer zu sein. Denn: Ein plötzlicher Herzstillstand kann jeden treffen“, betont Dr. Liermann. Obwohl jeder helfen könnte, tun es die wenigsten. Zwar sind die Fälle, in denen einfache, aber lebensrettende Maßnahmen ergriffen werden, seit Einführung der „Woche der Wiederbelebung von 17 % auf 31 % angestiegen. Doch die Helferquote in Deutschland ist im internationalen Vergleich zu gering. Die Mund-zu-Mund-Beatmung, vor der sich viele ekeln, ist bei der Wiederbelebung zweitrangig: Mit einer Herz-Druck-Massage werden Gehirn und Organe bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

Nach einer ca. 30-minütigen Präsentation mit Hintergrundinformationen, Videos und Fakten zur Reanimation begann die „Hands-on“-Schulung. Dr. Liermann hatte aufblasbare Trainingspuppe dabei, damit wirklich jeder üben konnte. Ein besonderes Aha-Erlebnis war die musikalische Begleitung des Trainings: Wer im Takt eines Disco-Beats reanimiert, hat den lebensrettenden Rhythmus.

Die lebensrettende Devise lautet „Prüfen. Rufen. Drücken!“: Prüfen, ob die Person noch atmet. Unter der europaweit gültigen Notrufnummer 112 den Rettungsdienst rufen. Fest und mindestens 100 Mal pro Minute in der Mitte des Brustkorbs drücken und nicht aufhören, bis Hilfe eintrifft. „Mit der Erhöhung der Wiederbelebungsrate durch Laienhelfer könnten in Deutschland jährlich ca. 5.000 Menschenleben gerettet werden“, sagt Dr. Liermann. So werden Hemmschwellen in der Bevölkerung vor der Ersten Hilfe abgebaut und die Wiederbelebungsrate in Deutschland gesteigert. „Denn Reanimation ist einfach – Jeder kann ein Leben retten!“, fasst Dr. Liermann zusammen.

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